„Wo man fleißig liest die Bibel, stehet fest des Hauses Giebel“

„Wo man fleißig liest die Bibel, stehet fest des Hauses Giebel“, so lautet eine Inschrift am Gewölbeansatz im oberen Turmzimmer des nordöstlichen Turmes im Schloss zu Penkun. Die Aussage zeugt von einem tiefen Glauben und Gottvertrauen. Nach Auskunft von Erimar von der Osten waren die Vorfahren der Penkuner Schlossherrschaft Pietisten.

„Deswegen wurde Christian Ludwig auch der „Fromme“ genannt. Christian Ludwig der Fromme lebte von 1698 bis 1752 in Penkun. Sein Wahlspruch wurde danach vermutlich auch der Wahlspruch der Familie,“ so Erimar von der Osten.
Die Bibel als Gottes Wort und Heilige Schrift wird hier verstanden als Fundament und fester Grund, auf dem es sich lohnt sein Leben aufzubauen. Weder Besitz, noch Hab und Gut haben im menschlichen Leben einen bleibenden Wert, was sich sehr anschaulich an der Geschichte des Penkuner Schlosses verdeutlichen lässt. Auch die Familie von der Osten hatte in Penkun 1945 alles verloren.

Besitztümer, Geld und Vermögen sind nur vergängliche Güter und bieten keine bleibenden Sicherheiten. Deshalb erinnert Jesus in der Bergpredigt daran: „Sammelt Euch nicht Schätze, die von Motten und Rost zerfressen werden und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt Euch aber Schätze im Himmel [...] Denn wo Dein Schatz ist, da ist auch Dein Herz!“ (Matthäus 6, 19ff.)

Von Schätzen und Grundlagen des Lebens erzählt Jesus auch im Gleichnis vom Hausbau: „Wer meine Worte hört, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baut. Als nun ein Platzregen kam und Wasser und Wind an das Haus drückten, fiel es nicht ein, denn es war auf einen Felsen gegründet.“ (Matth. 7, 24 ff.)

Jeder Hausbauer, Architekt bzw. Statiker weiß: Baugrund und Fundament sind entscheidend für die Stabilität eines Gebäudes. Wer sein Haus auf Sand gesetzt hat, kann den Zusammenbruch nicht mehr aufhalten.

Was bedeutet das nun für unser Lebenshaus? Worauf können wir bauen im Wandel und Wechsel der Zeiten? Der Apostel Paulus nennt im 1. Korintherbrief, Kapitel 13 drei Gründe, die eine Dauerhaftigkeit und Bestandsgarantie gewährleisten: Glaube, Hoffnung und Liebe.

Der Glaube an Gott, die Hoffnung über die vorfindliche Situation hinaus und die Liebe, die nicht fragt, was es kostet, die verzeiht und Grenzen überwindet. In diese drei Grundlagen zu investieren ist einzig und allein sinnvoll und nachhaltig. Alles andere ist vergeblich und umsonst.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Sommerzeit.

Ihr Pastor
Bernhard Riedel

Foto: Schloss Penkun, Berith Klänhammer, Penkun

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